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Dortmund - Das Projekt Smart Service Power des gleichnamigen Konsortiums aus Dortmund zählt zu den innovativsten Projekten Deutschlands und damit zu den Preisträgern des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2018. Zum Jahresmotto „Welten verbinden – Zusammenhalt stärken“ zeigt das Projekt, wie durch ehrliches Interesse an den Belangen von Senioren und humane Technologie zukunftsweisende Innovationen im Bereich Pflege und autarkes Wohnen entstehen können. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ der Bundesregierung, des wichtigsten Unternehmensverbands BDI und der Deutschen Bank richten den Innovationswettbewerb seit 13 Jahren gemeinsam aus. Die VIVAI AG und die FH Dortmund wurden sogar schon zum zweiten Mal für ihre zukunftsweisenden Ansätze ausgezeichnet.

Eine unabhängige Jury wählte Smart Service Power unter knapp 1.500 eingereichten Bewerbungen aus. SSP liefert erstmals eine gemeinsame Plattform für Gesundheitsdaten von Senioren. Damit können ältere Mitbürger sicherer und autarker in ihren eigenen vier Wänden wohnen. Durch den Sturzsensor, der ganz automatisch funktioniert und der mit einem Sprachassistenten für Nachfragen gekoppelt ist, wird sichergestellt, dass niemand stundenlang auf dem Boden liegen muss. Gespeist wird die Plattform sowohl von SSP-eigenen Daten, die sich aus der Vernetzung von Sturzerkennung, Vitalwertsensoren oder Assistenzsystemen für Medikamenteneinnahme ergeben. Durch den erstmals in dieser Form gegebenen Technik-Einsatz und die Datenintegration entsteht die Basis für eine bisher nicht erreichte Kopplung von Informationen. Und damit ein System für die tatsächlich bedarfsgerechte, Autarkie wahrende, sichere Versorgung von Senioren, die so lange wie möglich in ihrem gewohnten Zuhause wohnen möchten. Damit ist SSP nicht nur der perfekte Ersatz für die Sicherheit eines Seniorenheims, sondern auch eine Lösung für den drohenden Pflegenotstand in Deutschland. Datenschutz und neue Datennutzungskonzepte stehen hierbei im Vordergrund.

Zusammenhalt als Mehrwert für alle

Harald Eisenach, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Ost / Leiter Firmenkunden Region Ost der Deutschen Bank, gratulierte anläßlich der Preisverleihung am 4. Juli 2018 in Berlin den Preisträgern: „Wir leben in bewegten Zeiten. Manche sagen sogar: Unsere Gesellschaft driftet auseinander. Verliert also die Idee der großen Gemeinschaft an Kraft? Unsere 100 Preisträger kommen zu einem anderen Ergebnis. Ihre ausgezeichneten Ideen belegen eindrucksvoll: Wir sind ein sehr innovatives Land. Und wir halten zusammen – trotz aller Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.“

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), erkennt vor allem an, wie sehr die Gesellschaft von denen profitiert, die vorbildhaft vorangehen: „Eine Gesellschaft braucht Zusammenhalt und Chancen für die Teilhabe seiner Bürgerinnen und Bürger. Sonst ist sie kein lebenswerter Ort. Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ sind in diesem Jahr Leuchttürme für Gemeinsinn. Die Preisträger verbinden dank ihrer innovativen Ideen Welten – Jung mit Alt, Starke mit Schwachen, Stadt mit Land, Sozialprojekte mit Hightech. Sie beweisen, dass es uns allen Mehrwert bringt, wenn mutige Ideen gefördert und geteilt werden. Ihre 100 Innovationen machen die Gesellschaft ein Stück besser.“

Innovationen bekommen eine Bühne

Die 100 Preisträger erwartet ein Wettbewerbsjahr voller Höhepunkte und professioneller Unterstützung: Ab September werden die Preisträger in den Staatskanzleien ihrer Bundesländer empfangen. „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank lassen die Preisträger von ihrem Netzwerk profitieren. Sie werden zu exklusiven Veranstaltungen eingeladen, dürfen mit dem Gütesiegel „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ für sich werben und so neue Kunden, Partner, Sponsoren oder Mitglieder gewinnen. Wie im Vorjahr können sich Preisträger im Rahmen des Deutsche Bank „Made for Good“-Chancenprogramms von Experten und in Seminaren beraten lassen.

Engagierte Partner: „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank

„Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den BDI. Die Deutsche Bank ist seit 2006 Partner und Nationaler Förderer des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Ziel ist es, Innovationen aus Deutschland im In- und Ausland sichtbar zu machen und die Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu stärken.

Smart Service Power, kurz SSP, ist eine digitale Plattform für das selbstbestimmte Wohnen in den eigenen vier Wänden im Alter. Bei dem bundesweit beachteten Seniorenprojekt in Dortmund hilft zwar moderne Technik, doch im Mittelpunkt stehen die Menschen.

Bei SSP werden vorhandene, konventionelle Wohnungen mit Sensorik und Assistenzsystemen ausgestattet. Deren Daten werden zusammengeführt, wobei eine faire Nutzung gewährleistet bleibt. Vor rund einem Jahr gestartet und im Herbst 2019 abgeschlossen, dient das SSP-Projekt bereits als Vorbild für weitere Modellregionen in Europa.

Im Rahmen einer Projektvorstellung in der Ruhr-Metropole unterstrich Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, die besondere Bedeutung für den gesellschaftlichen Strukturwandel: „Da, wo die Menschen arbeiten, entscheidet sich, ob das gesamte Projekt Europäische Union weiterläuft. Dafür müssen wir gemeinsam vor Ort die Herzen der Menschen für neue Technik gewinnen. Nicht in den Entscheidungsgremien wird neues gestartet, sondern Bewegungen müssen ‚hier und jetzt‘, in der Praxis, entstehen“.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) betonte, dass laut Umfragen 95 Prozent der Senioren ihre Wohnungen auch im hohen Alter nicht verlassen wollen. Deshalb dürfe es bei der Wohnungsbauförderung künftig nicht mehr nur um Energieeffizienz oder die Höhe von Toilettensitzen gehen, sondern auch um nachhaltige Pflegekonzepte wie SSP. Sierau will auf diese Weise auch Einwohner in der Stadt halten oder zurückgewinnen.

Die Wohnung als „Gesundheitsstandort“

Das als Vertreter der Wohnungswirtschaft am SSP-Projekt beteiligte Unternehmen DOGEWO21 stellt die Anforderung, Wohnungen sukzessive zum „dritten Gesundheitsstandort“ neben Arztpraxen und Kliniken auszubauen. Geschäftsführer Klaus Graniki sieht konkrete Einsparpotenziale durch SSP: „Wir könnten die Kosten für Pflege und Betreuung durch einen dann möglichen, längeren Verbleib in der Wohnung deutlich senken, wenn wir die Wohnungen technisieren”.

Das Projekt könnte gar ein neuer Exportschlager aus dem Ruhrgebiet werden: Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, sagte in Dortmund: „Unsere Region eignet sich ideal als Testfeld für innovative Plattformen, die das Kunststück eines autonomen Nebeneinanders vollbringen. Die Verknüpfung der Ansprüche von Menschen aller Altersgruppen ist in Zukunft eine unserer wesentlichen Gestaltungsaufgaben”.

Kosten sollen überschaubar bleiben

Die Leiterin des SSP-Konsortiums Dr. Bettina Horster möchte mit den monatlichen Kosten pro entsprechend ausgestatteter Wohnung unter 200 Euro bleiben – und damit nahe am Pflege-Sachkostenzuschuss von 125 Euro liegen. Horster ergänzt: „Smart Service Power wird kein Kauf- sondern ein Mietmodell anbieten, um damit die Technik für die Nutzer bezahlbar und immer aktuell zu halten.